LP 21: Ein Kontrollinstrument

Lehrplan 21 – ein Kontrollinstrument für Schüler, Lehrer und Schulleiter?
Mit der Kompetenzbeurteilung die Bildung auf der ganzen Ebene steuern

Unter einem Lehrplan versteht man einen Zeitplan für den vom Schüler zu erarbeitenden Lernstoff. Dienten bis anhin Prüfungs- und Zeugnisnoten zur Beurteilung eines Schülers, soll es mit dem Lehrplan (LP 21) vor allem die Kompetenzbeurteilung sein.

Anhand dieser können Kompetenzprofile erstellt werden, ähnlich wie die Spinnenprofile von Politikern. Nach LP 21 sollen nicht nur Wissen, Verstehen, Fähigkeit und Fertigkeit, sondern auch Bereitschaft, Haltung und Einstellung erfasst und in Kompetenzprofilen graphisch dargestellt werden. Gerade weil letztere drei in die Kompetenzbeurteilung miteinbezogen werden, kann das Kompetenzprofil sehr leicht als Gesinnungskontrollinstrument missbraucht werden.

Mit der Einführung des LP 21 sollen zur entwicklungsorientierten Personalführung nicht nur die Schüler, sondern auch Lehrpersonen, angehende Lehrpersonen und Schulleitungen in ihrer Kompetenz beurteilt werden. Mit dieser Überprüfung wird Bildung vom Schüler bis zur Schulleitung in ihrer Entwicklung gesteuert. Angehenden Lehrpersonen, welche dem gewünschten Kompetenzprofil nicht entsprechen, wird geraten, einen anderen Beruf zu ergreifen.

Datenschutz? Um die komplizierte und umfangreiche Kompetenzbeurteilung zu erleichtern, wird den Schulgemeinden ein IT-Tool zur Verfügung gestellt, welches die Daten auf einem zentralen Server auswertet und abspeichert. Wenn auch heute die Weitergabe der Daten per Gesetz ohne Einwilligung der betreffenden Person nicht erlaubt ist, so kann uns niemand garantieren, dass dies in einigen Jahren immer noch so ist. Unter bestimmten Umständen kann das Datenschutzgesetz sehr schnell geändert werden.

 

Arthur Bosshart